Es ist der zwölfte Tag des ersten Monats anno 2026. Ich bin im Januar angekommen und der Winter ist jetzt wirklich da.

Meine Aktivitäten sind heruntergefahren. Ich weiss: Meine biologische Pendeluhr hat jetzt, wie die Erde auch, den tiefsten Ausschlag. Er bringt einen tiefen, natürlichen Ruhepol, sofern ich es zulasse. Ein Ruhepol, wie er draussen in der Winterlandschaft jetzt vorherrscht.

Eine gute Lebensstruktur aufzubauen braucht Mut. Und – ein guter Lebensrhythmus durch das Jahr hat für mich zwei wichtige Qualitäten:
- Entscheidungen treffen
- Alles zur richtigen Zeit erledigen

Mein zwölfter Tag des Monats beginnt mit einem frühen Termin. Dentalhygiene. Mein Zahnarzt sieht Zähne als eine Matrix. Es ist ein anderer Blickwinkel – Energie in Zahnform. Auf jeden Fall: Wenn es meinen Zähnen gut geht, fühle ich mich gut. Also beginne ich heute damit, für mein Wohlbefinden durch das Jahr zu sorgen.
Für das noch junge Jahr habe ich neue Pläne, Ideen. Absichten. Weiss aber noch nicht, was aus all dem wird. Mit unserem Umzug letztes Jahr hat eine grössere Veränderung stattgefunden. Ich schrieb in Natur und Kreativität: Rückblick auf mein Schreibjahr darüber.
Jahre und jahrzehntelang in wunderschönen Visionen und Plänen hängen bleiben, macht mich unzufrieden und nörgelig. Ich weiss, ich würde viele gute Gelegenheiten verpassen – und im Nachhinein nagte der Ärger über vertane Chancen. Seit meine Lebensstruktur meinen Bedürfnissen angepasst ist, fühle ich mich gestärkt und kann ich mich besser durchsetzen. Ich gehe mit dem Jahreskreislauf. Nun, im Januar, kommt das Leben langsam wieder in Gang.

Zuhause wartet heute mein Compagnon auf mich. Wir haben die Absicht, die letzten Malerarbeiten in unserem neuen Zuhause zu erledigen. Er hat das gut vorbereitet.



Mein Vorteil: Ich kann bei dieser Arbeit wunderbar meine Gedanken laufen lassen …
Ich bin überzeugt, sollte ich Anfang Jahr mit den neuen Plänen und Vorhaben nicht in Gang kommen, kann der innere Druck sich körperlich bemerkbar machen, sich mit Beschwerden, Schmerzen, Unwohlsein ausdrücken.
Habe ich dagegen zu viel Mut, springe ich über den Rahmen hinweg, den mir der Alltag und das eigene Energiepotential vorgeben. Ich fasse Entschlüsse, ohne mir die Konsequenzen überlegt zu haben. In diesem Fall hätte einzig ich selber das Nachsehen, wenn ich mich verausgabte und nicht mehr zur Ruhe fände. Ich würde aus dem Takt geraten oder es störte meine Lebensstruktur …

Unser Flur soll genau so schön werden, wie der Rest der Räume. Keine Halbheiten. Kein nachträgliches Hätten wir doch … Deshalb gönnen wir uns ein paar Stunden Pause, während der erste Farbanstrich trocknet.
Meine selbstgebackenen Apfelmus-Muffins gehen in dieser Zeit weg wie warme Semmeln.

Und wenn wir schon bei neuen Plänen und Ideen sind: diese zwei Helfer bekommen den Auftrag, zu überlegen, was dieses Jahr im Gemüsegarten wachsen soll …

Reisen möchte ich dieses Jahr auch gerne. Orte besuchen, die ich bisher nur vom Hören kenne. An Ideen fehlt es nicht …

Dann geht es endlich an den zweiten Anstrich. Unser Plan geht auf. Der Flur erstrahlt so, wie wir es uns vorgestellt haben. Nur besser. Wir staunen, wie hell es auf einmal geworden ist, sind zufrieden und stolz, was wir geleistet haben.
Was ich also brauche, ist ein starker ‚Taktgeber‘ durch den Winter. Und den erhalte ich mit einer klaren Absicht, einer dem Winter angepassten Ernährung und einer Planung, die auf meine Bedürfnisse und Rhythmus ausgerichtet sind.

Heute Abend feiern wir den Abschluss unserer Malerarbeiten mit einer Rotkraut-Lasagne mit Marroni. Ich bereite sie das erste Mal zu. Sie schmeckt so gut, dass ich das Rezept zum Herunterladen bereit stelle.
Dieser Beitrag ist verlinkt mit 12 von 12 bei Caro – und Draußen nur Kännchen – wo viele andere Tagesverläufe in zwölf Bildern, am zwölften Tag des Monats, dokumentiert und gesammelt werden.
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