Schreiben, Gärtnern und mehr

Im Januar dieses ausgehenden Jahres nahm ich ein grosses Schreibprojekt aus der Schublade. Einen Roman, den ich bereits geschrieben hatte. Doch mir fehlte das Knowhow eines guten Romanaufbaus und so verschwand er in die Schublade. Anfang 2023 entschloss ich mich, den Roman zu überarbeiten und parallel die Ausbildung zur Romanautorin zu starten. Ich wollte meinen Roman auf neue Beine zu stellen.

Jetzt, Ende 2023 blicke ich zurück auf ein ereignisreiches Jahr. In der Zwischenzeit hat sich sowohl in meinem Roman, als auch in meinem Autorenalltag einiges verändert. Und am meisten Spass hat mir das Kurzgeschichte-Schreiben gemacht. Es hat sogar so viel Spass gemacht, dass zehn Geschichten entstanden sind.

Und mein Roman? Es war ein planerisches Jahr. Begonnen habe ich mit einer fertig geschriebenen Geschichte und entschied, von vorne zu beginnen statt den Text zu überarbeiten. Ich habe also sehr viel Zeit dafür aufgewendet, meinen Roman neu zu planen und mir mit der Ausbildung zur Romanautorin das dazugehörige Handwerk anzueignen.

Eine Geschichte im Nachhinein zu überarbeiten erfordert viel Zeit und Aufwand. Ich habe in diesem Jahr begriffen: Ich bin eine Schreiberin, die Planen und Schreiben abwechslungsweise braucht. Sonst wird das nix. Bisher schrieb ich einfach drauflos. Das hat sich in diesem Jahr wesentlich geändert.

Strandleben auf Französisch

Nach vier Jahren Abstinenz reisten mein Lebenspartner und ich dieses Jahr endlich wieder nach Südfrankreich in die Ferien. Ich freute mich auf erholsame Ferien im Languedoc-Roussillon, wo wir uns schon mehrmals aufhielten. Ich reiste ohne Laptop, ohne Stress hin, einfach das französische Savoir-vivre geniessen. Das war der Plan. Es wurde mehr als das. Als wir dann auch wieder ans Meer hinunterfuhren, entstand meine Kurzgeschichte Strandleben auf Französisch. Schau rein.

Ein Sommer im Schreibfluss

Nach der Rückkehr aus meinen Ferien passierte es. Ich marschierte zu enthusiastisch auf eine Tür zu, mein Fuss war schneller drin als ich die Tür öffnen konnte. Mein grosser Zeh wurde arg lädiert und hat gelitten!

Für ein paar Wochen musste ich meine Füsse stillhalten. Die Zeit habe ich genutzt, mich intensiv mit den Themen Schreibtyp, Planung und Schreibfluss auseinanderzusetzen. Darüber lies mehr in Sommer im Schreibfluss.

Die Zeit in meiner kleinen Schreibfabrik ist länger geworden. Anfang Jahr habe ich mir vorgenommen, zum Ausgleich mehr Bewegung in den Alltag einzubauen. Wandern und Yoga. Damit bin ich fulminant gescheitert. Der Unfall im Sommer hat dazu beigetragen, dass ich nicht annähernd so oft in den Bergen unterwegs war, wie ich das beabsichtigt hatte. Statt physische habe ich dieses Jahr also viel Schreib-Kondition aufgebaut.

Juhee, grüner Daumen im Schrebergarten

Seit über zwei Jahren unterhalte ich als stolze Gärtnerin eine Parzelle in einem Familiengarten. Im ersten Jahr waren es vier Beete, heuer sind es fünf gewesen, die ich mit Gemüse bepflanzen durfte.

Das erste war eine Art Probejahr und wurde schon ein grosser Erfolg. So habe ich mich dieses Jahr wie die Grossgärtner mit Fruchtfolgen und Mischkulturen auseinandergesetzt. Alles wird in 100% Bio angepflanzt und gepflegt.

Mein Gemüse soll absolut ohne Pestizid aufwachsen.

Und weil ich so motiviert war, begann ich bereits im März Salate und Kohlrabi zu setzen. Es war kalt, nass und zu früh! Im nächsten Jahr werde ich nicht vor April mein Gemüse anpflanzen.

Das Wachstum von allem, was ich in diese Erde gesetzt habe, war aber beeindruckend und teilweise überwältigend. Ich durfte ernten, einwecken, Konfitüre einkochen, einfrieren und sauer einlegen, fast im Vollzeitpensum. Am meisten überrascht haben mich meine Kartoffeln. Ein Beet habe ich mit mittelfrühen Kartoffeln bepflanzt. Während über drei Monaten haben wir von eigenen Kartoffeln profitiert.

Nun ruht der Garten im Winterschlaf. Und – ich darf auch durch den Winter laufend Salate und Wintergemüse ernten.

Was sonst noch los war? Ausser Autorin werden, habe ich betreuende Angehörige und Menschen mit Beeinträchtigungen im Alltag unterstützt. Die grosse Herausforderung lag darin, trotzdem mein wöchentliches Schreibziel zu erreichen. Das habe ich mit flexibler Planung geschafft.

Rückblick

Es war ein spannendes Jahr mit ungeahnt vielen Veränderungen beim Schreiben, aber auch draussen im Leben. Heute ist Wintersonnenwende. Winteranfang. Ich mache es mir gemütlich und tauche ein. Ich brauche jetzt gerade auf natürliche Weise die dunkle Zeit. Zeit, mich auszuruhen und neue Kraft zu schöpfen. Und wer weiss, welch zündender Gedanke, lichtvolle Idee oder wichtiges Projekt mir ausgerechnet heute durch den Kopf wandert und ich dann weiterverfolge.

Es ist Weihnachtszeit. Feiertage, in denen ich mir erlaube, einfach nur entspannt dazusitzen und mich bedienen zu lassen. In denen liebe Begegnungen warten und warme Getränke mit Pfiff. Müssiggang und Faulheit sind meiner Meinung nach keine Zeitverschwendung, keine verlorene Zeit, sondern vielmehr ein Gewinn!

Ich wünsche dir rundum erholsame Tage, eine friedliche Zeit und ein glückendes neues Jahr. Mit herzlichem Gruss vom Jürasüdfuss verabschiede ich mich und freue mich, wenn du mich auch im neuen Jahr wieder begleitest.


Entdecke mehr von Gertrud Keller

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Hinterlasse einen Kommentar