Self-Publishing oder Verlag?

Warum ich mich entschieden habe, meinen eigenen Weg zu gehen

Mein erstes Roman-Manuskript liegt vor mir. Endlich. Fertig. So lange habe ich darauf hingearbeitet. So viele Stunden, Gedanken, Zweifel sind in diese Seiten geflossen. Und jetzt?

Ausser Stolz ist da nun auch eine, drängende Frage: Wie veröffentliche ich das jetzt?

Früher wäre die Antwort einfach gewesen. Ich hätte mein Manuskript an Verlage geschickt – und gewartet. Heute habe ich eine Wahl. Und genau das macht es kompliziert. Denn plötzlich liegt alles bei mir.

Ich will die Fäden in der Hand halten

Je länger ich darüber nachdenke, desto klarer spüre ich, was mir wichtig ist: Ich will selbst entscheiden. Ich will wählen,

  • mit wem ich arbeite
  • wie mein Buch aussieht
  • wie es sich anfühlt
  • wie es seinen Weg zu den Leserinnen und Lesern findet

Ich will nicht abgeben, was mir so viel bedeutet. Vielleicht, weil ich in meinem Leben oft genug Dinge aus der Hand geben musste. Vielleicht, weil jetzt der Moment ist, in dem ich sagen kann: Das hier ist meins.

Und ja – ein Verlag könnte vieles einfacher machen. Er bringt Erfahrung, Reichweite, Sicherheit. Aber er nimmt mir auch etwas: Ein Stück Kontrolle. Ein Stück von mir.

Ich will nicht mehr warten

Es gibt noch etwas, das mich beschäftigt: Ich habe keine Geduld mehr für endloses Warten. Seit Monaten schreibe ich Verlage an. Und bekomme … nichts. Keine Antwort. Kein Zeichen. Kein Weiterkommen. Und ich merke: Das fühlt sich nicht richtig an.

Mein Buch ist fertig. Die Geschichte will raus in die Welt. Ich will, dass sie gelesen wird. Jetzt. Nicht in zwei Jahren. Nicht irgendwann.

Mein Leben ist freier geworden – und das verändert alles

Seit meiner Pensionierung ist mein Leben freier geworden. Offener. Lebendiger. Ich verbringe viel Zeit im Garten, koche, backe Brot, gehe wandern. Ich geniesse die Tage mit meinem Compagnon, wie sie kommen. Und gleichzeitig schreibe ich. Aber alles ist nicht mehr getaktet wie früher. Manchmal fliesst es. Manchmal komme ich nicht weiter. Manchmal lockt mich etwas ganz anderes, wie der Sockenweltrekord. Oder das Panflötenspiel … Und das ist in Ordnung. Zum ersten Mal darf das sein.

Ein Verlag würde wieder Struktur bringen. Termine. Druck. Self-Publishing lässt mir meinen Rhythmus.

Und dann ist da die Angst

Denn so klar mein Herz spricht – mein Kopf meldet sich glücklicherweise auch. Self-Publishing bedeutet: Ich trage das Risiko. In ein professionell verlegtes Buch investiere ich zuerst einmal Geld, ich werde Angebote einholen müssen: Lektorat, Korrektorat, Cover und Gestaltung. Ich habe den Anspruch, meinen Leser:innen ein qualitativ gutes Buch zu bieten. Und dann?

Vielleicht kauft es niemand. Vielleicht bleibe ich auf den Kosten sitzen. Vielleicht war alles umsonst. Diese Gedanken sind da. Und sie sind vorlaut.

Zwischen Zweifel und Mut

Ich bin hin- und hergerissen. Auf der einen Seite ist Sicherheit und Struktur. Der klassische Weg. Auf der anderen ist Freiheit, Verantwortung, ein eigener Weg.

Und irgendwo dazwischen stehe ich. Mit meinem fertigen Manuskript in der Hand. Und der Entscheidung, die mir niemand abnehmen kann.

Meine Entscheidung

Ich habe lange gezögert. Aber jetzt weiss ich es. Ich gehe meinen eigenen Weg. Ich entscheide mich für Self-Publishing. Nicht, weil es einfacher ist. Sondern weil es sich stimmig anfühlt.

Ich will:

  • die Verantwortung tragen
  • die Kontrolle behalten
  • lernen, wachsen, Fehler machen

Ich will diesen Weg wirklich gehen. Es ist der Weg einer selbständigen Unternehmerin. Mit allem, was dazugehört.

„Der Ruf des Jura“ – meine Geschichte

Und darum geht es auch in meinem Roman. Eine Frau, die losgeht. Die Sicherheiten hinter sich lässt. Die nicht mehr alles kontrollieren kann – und genau darin etwas Neues findet. Vielleicht ist es kein Zufall.

Hier ein Einblick:

Elin hat alles im Griff. Arbeit, Alltag, Leben. Und doch ist da etwas, das sich nicht planen lässt.

Sie lässt ihre gewohnte Ordnung zurück und beginnt, allein über die Höhen des Jura zu wandern. Schritt für Schritt entfernt sie sich von dem, was sie kennt – und kommt dem näher, was sie lange nicht mehr gespürt hat: Wind auf der Haut, das Gewicht des eigenen Körpers, das einfache Weitergehen.

Der Weg verlangt nichts von ihr. Kein Ziel, keine Antwort. Und mit jedem Tag lösen sich Gewissheiten. Kontrolle wird brüchig, Gedanken werden leiser, Wahrnehmung wird klarer. Begegnungen bleiben flüchtig, die Landschaft wird zum Gegenüber – und langsam entsteht etwas, das keinen Namen braucht.

Der Ruf des Jura ist eine stille Geschichte über das Gehen – und darüber, sich selbst wieder zu spüren.

Ich gehe los – und nehme dich mit

Die Entscheidung ist gefallen. Jetzt beginnt der nächste Schritt: Ich suche den für mich richtigen Partner und bringe mein Buch in die Welt. Ich weiss noch nicht genau, was auf mich zukommt. Aber ich weiss: Ich bin bereit. Und wenn du magst – begleite mich auf diesem Weg.

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